Mein deutscher Lieblingsfeiertag als US-Amerikaner ist der Karneval in Köln – eine Woche aus Kostümen, Musik und echter Straßenparty, näher an New Orleans als an einem deutschen Weihnachtsmarkt. Ich lebe seit 5 Jahren in Berlin und habe seither etliche deutsche Feiertage miterlebt. Keiner hat mich so gepackt wie diese Tage im Rheinland.
Am ehesten lässt sich der Kölner Karneval mit einer Mischung aus Mardi Gras und Oktoberfest vergleichen: dieselbe Kostümdichte, aber mit rheinischem statt bayerischem Klang. In den Karnevalstagen füllen sich die Straßen mit verkleideten Menschen, die tanzen und singen, fremde Leute umarmen und gemeinsam Lieder grölen. Genau dieses ungezwungene Miteinander macht für mich den Unterschied zu jedem anderen deutschen Feiertag.
Dazu kommt die Parade selbst: kunstvoll gebaute Wagen, an deren Bau Vereine teils monatelang arbeiten, und an jeder Ecke Berliner Pfannkuchen zum Naschen zwischendurch. Für mich ist genau diese Mischung aus Straßenkunst und Streetfood der Grund, warum der Tag lange nachhallt.
Mein Rat an alle US-Amerikaner in Deutschland: Lasst euch auf die traditionellen Feste ein, statt sie nur aus der Distanz zu beobachten. Wie viel Anschluss zu den Nachbarn dabei entsteht, überrascht die meisten. Probiert die regionalen Spezialitäten – von Kölsch bis Krapfen – und macht einfach mit.
Traditionelle deutsche Feiertage
Deutschland hat einen dichten Kalender an Feiertagen, und jeder bringt eigene Bräuche mit, von der Länge über die Küche bis zur Musik. Wer als Amerikaner neu hierherzieht, sollte die wichtigsten kennen, um bei Nachbarn und Kollegen mitreden zu können.
Als 45-Jähriger, der seit Jahren als US-Expat in Berlin lebt, habe ich die wichtigsten davon selbst mitgefeiert. In Deutschland gibt es viele besondere Feiertage, die mit eigenen Bräuchen und Traditionen begangen werden. Einige davon:
- Oktoberfest: Das weltberühmte Fest in München steht für Bier, Brezeln und ausgelassene Stimmung.
- Weihnachten: Die deutschen Weihnachtsmärkte verbreiten eine ganz eigene, fast andächtige Atmosphäre.
- Karneval: In Köln und anderen Städten wird ausgelassen gefeiert, mit bunten Kostümen und langen Umzügen.
Auffällig ist, wie ernst die Deutschen ihre Traditionen nehmen, ohne dabei steif zu wirken. Genau diese Mischung aus Respekt und Ausgelassenheit fehlt mir aus den USA am meisten.
Bevor es um meinen deutschen Favoriten geht, lohnt der Blick zurück in die Heimat: Thanksgiving bleibt für mich der wichtigste Feiertag in den USA, mit einer eigenen Geschichte, eigenen Ritualen und einem ganz eigenen Rhythmus.
Der Kontrast zwischen beiden Feiertagen zeigt, wie unterschiedlich Kulturen Zusammengehörigkeit ausdrücken: in den USA über ein stilles Dankesritual bei Tisch, in Deutschland über eine laute, kollektive Straßenparty. Beides hat seinen Platz in meinem Jahr, nur einer davon ist inzwischen mein Favorit geworden.
Thanksgiving in den USA
Thanksgiving in den USA ist ein Fest, das die Menschen in den Vereinigten Staaten seit langem vereint. Es ist eine Zeit, in der Familien zusammenkommen, um Dankbarkeit zu zeigen und gemeinsam zu feiern. Der Tag ist bekannt für opulente Festmahle, bei denen traditionelle Gerichte wie Truthahn, Kartoffelbrei und Kürbiskuchen serviert werden.
Die Geschichte von Thanksgiving reicht bis in die Kolonialzeit zurück, als die Pilger in Plymouth Rock in Massachusetts mit den amerikanischen Ureinwohnern feierten, um ihre Ernte zu teilen. Heute wird der Feiertag mit Paraden, Footballspielen und dem berühmten Macy’s Thanksgiving Day Parade in New York City begangen.
Thanksgiving ist für mich auch die eine Gelegenheit im Jahr, bei der man kurz innehält, nicht wegen Geschenken oder Feuerwerk, sondern wegen des schlichten Dankens am Tisch. Genau das vermisse ich bei vielen anderen amerikanischen Feiertagen.
Als US-Expat in Berlin fehlt mir die Thanksgiving-Stimmung manchmal schon, der Geruch von Truthahn im Ofen, das ganze Haus voller Familie. Trotzdem habe ich gelernt: Dankbarkeit lässt sich auch rheinisch feiern, nur lauter und mit mehr Konfetti.
Mein Lieblingsfeiertag in Deutschland
Der Vergleich mit Mardi Gras aus dem ersten Absatz greift übrigens nur bedingt: Je nach Region heißt der Feiertag auch Fasching oder Fastnacht, mit eigenen Regeln und eigenem Charakter. Als 45-Jähriger, der die Session mehrfach in Köln erlebt hat, würde ich sagen: Das Rheinland spielt in einer eigenen Liga.
Was mich dabei am meisten packt, ist der Kontrast: Dieselben Menschen, die sonst pünktlich und zurückhaltend wirken, verkleiden sich tagelang und ziehen lautstark durch die Straßen. Die Umzüge sind dabei kein Nebenschauplatz, sondern monatelang vorbereitete Handarbeit der Karnevalsvereine.
Dazu kommt das Essen: Wer durch die Kölner Altstadt zieht, stolpert an jeder Ecke über Stände mit deftigen Fleischgerichten und den süßen Pfannkuchen, die zur Session einfach dazugehören. Kulinarisch ist das nicht das Highlight des Jahres, aber es gehört fest zum Bild des Feiertags.
Wer Karneval in Deutschland selbst erleben will, sollte sich nicht als Zuschauer zurückhalten: Kostüm anziehen, mitsingen, mit Fremden anstoßen. Wer dabei noch mehr über die kleinen kulinarischen Dinge erfahren will, an die man sich als Expat gewöhnt, findet in unserem Beitrag über deutsche Brötchen weitere Gründe, warum sich das Leben in Deutschland lohnt.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist der bedeutendste deutsche Feiertag?
Der bedeutendste deutsche Feiertag ist der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, der die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 feiert.
- Welche sind typische Bräuche an Thanksgiving in den USA?
Typische Bräuche an Thanksgiving in den USA sind das Zubereiten eines Truthahns, das Teilen eines Festmahls mit Familie und Freunden sowie das Ausdrücken von Dankbarkeit für Segnungen und Beziehungen.
- Welcher ist Ihr persönlicher Lieblingsfeiertag in Deutschland?
Mein persönlicher Lieblingsfeiertag in Deutschland ist der Karneval, weil die ausgelassene Stimmung, die bunten Kostüme und die vielfältigen Veranstaltungen eine fröhliche Atmosphäre schaffen, die es in dieser Form in den USA nicht gibt.

