5 unvergessliche Roadtrips durch die USA

5 unvergessliche Roadtrips durch die USA

Als 45-jähriger US-Expat in Berlin werde ich oft gefragt, welcher Roadtrip durch die USA sich wirklich lohnt. Nach unzähligen Kilometern auf amerikanischen Highways habe ich darauf eine klare Antwort: Es kommt darauf an, ob Sie Geschichte, Küste, Wildnis oder Fluss erleben wollen – und genau deshalb stelle ich Ihnen hier vier ganz unterschiedliche Routen vor.

Zu den beliebtesten Roadtrip-Routen durch die USA zählen die Route 66, der Pacific Coast Highway, der Yellowstone-Nationalpark und die Great River Road entlang des Mississippi. Jede Route hat einen eigenen Charakter, von historischen Wahrzeichen über Küstenpanoramen bis zu unberührter Wildnis.

Bevor Sie losfahren, lohnt sich ein Blick in unsere Packliste für den USA-Urlaub, damit auf keiner der folgenden Routen etwas Wichtiges fehlt. Auch die beste Reisezeit für die USA unterscheidet sich je nach Region deutlich, was bei der Planung eine Rolle spielen sollte.

  • Die ikonische Route 66 führt von Chicago nach Santa Monica und bietet eine Fülle von historischen Sehenswürdigkeiten und charmanten Städten.
  • Der Pacific Coast Highway von San Francisco nach Los Angeles bietet spektakuläre Ausblicke auf den Pazifischen Ozean und malerische Küstenstädte.
  • Der Yellowstone-Nationalpark begeistert mit geothermalen Wundern, majestätischen Bergen und vielfältiger Tierwelt.
  • Die Great River Road folgt dem mächtigen Mississippi und verbindet charmante Städte, historische Stätten und beeindruckende Landschaften.

Welche Route passt zu Ihnen?

Die vier Routen unterscheiden sich stark im Charakter, und das macht die Wahl gleichzeitig leichter und schwerer. Wer vor allem amerikanische Geschichte und Popkultur erleben möchte, ist auf der Route 66 richtig. Wer Naturschauspiele bevorzugt, findet sie eher am Pacific Coast Highway oder im Yellowstone-Nationalpark. Und wer sich für die kulturelle und musikalische Geschichte der Südstaaten interessiert, sollte die Great River Road in Betracht ziehen.

Zeitlich lassen sich alle vier Routen sehr unterschiedlich gestalten. Manche Reisende fahren die Route 66 in einer knappen Woche durch, andere nehmen sich für dieselbe Strecke bewusst mehr Zeit und planen jeden Tag nur wenige Stunden Fahrzeit ein, um Raum für Umwege zu lassen. Am Pacific Coast Highway lohnt sich grundsätzlich eine langsamere Reisegeschwindigkeit, weil die Aussichtspunkte sonst schnell an einem vorbeirauschen.

Der legendäre Route 66

Kaum eine Straße erzählt so viel amerikanische Geschichte wie die Route 66. Sie erstreckt sich von Chicago nach Santa Monica und führt an Orten vorbei, die noch spürbar aus einer anderen Zeit stammen. In den USA trägt sie bis heute den Spitznamen „Mother Road“ – ein Name, der zeigt, wie tief diese Straße im kollektiven Gedächtnis verankert ist.

Entlang der Strecke reihen sich kleine Städte mit eigenem Charme aneinander. In manchen Diners hat sich die Einrichtung seit Jahrzehnten kaum verändert, und ein klassischer Burger mit Milkshake gehört für die meisten Reisenden zum Pflichtprogramm. Wer mit Einheimischen ins Gespräch kommt, hört dabei oft Geschichten, die man so in keinem Reiseführer findet.

Zwei Stopps sollten Sie fest einplanen: das Cadillac Ranch in Texas, wo bunt besprühte Cadillacs senkrecht in der Wüste stecken, und der Grand Canyon, der nur einen Abstecher von der Route entfernt liegt. Beide zeigen, wie unterschiedlich diese eine Straße sein kann – mal schrill und künstlerisch, mal von überwältigender Naturgewalt.

Wer Zeit hat, sollte nicht durchfahren, sondern immer wieder anhalten. Die Route 66 lebt von genau diesen kleinen Umwegen und Zufallsbegegnungen am Straßenrand.

Ein Wort zur Navigation: Große Teile der historischen Route sind heute durch Interstates ersetzt, die parallel verlaufen. Wer den ursprünglichen Straßenverlauf erleben will, sollte gezielt nach den braunen „Historic Route 66″-Schildern Ausschau halten, statt sich blind auf die Routenführung des Navigationsgeräts zu verlassen.

Die Küstenstraße Pacific Coast Highway

Der Pacific Coast Highway, auch als Highway 1 bekannt, verläuft an Kaliforniens Küste entlang und gilt zu Recht als eine der schönsten Strecken des Landes. Die Straße folgt schroffen Klippen, während der Ozeanwind durchs offene Fenster weht.

Unterwegs liegen malerische Küstenstädte wie Monterey und Santa Barbara, dazu unzählige Gelegenheiten für spontane Stopps. Die Weinberge der Central Coast laden zur Verkostung ein, weiter nördlich stehen die mächtigen Redwood-Wälder – zwei völlig verschiedene Landschaften auf derselben Route.

Planen Sie für diese Strecke mehr Zeit ein, als Google Maps vorschlägt. Kurvige Abschnitte verlangen konzentriertes Fahren, und die schönsten Aussichtspunkte liegen selten direkt an der Hauptstraße, sondern erfordern einen kurzen Abstecher.

Besonders der Abschnitt um Big Sur zwischen Carmel und San Simeon gilt als Höhepunkt der Strecke: schroffe Steilküste auf der einen, dichter Wald auf der anderen Seite. Aussichtspunkte wie am Bixby Creek Bridge laden zum Anhalten ein, auch wenn dort an schönen Tagen entsprechend viel Betrieb herrscht.

Der Yellowstone-Nationalpark

Yellowstone ist kein Roadtrip im klassischen Sinn, sondern eher das große Etappenziel dahinter: ein Park voller geothermaler Phänomene, in dem heiße Quellen dampfen und Geysire regelmäßig in die Luft schießen.

Zwischen den Bergen lässt sich eine beeindruckende Tierwelt beobachten, darunter Bisons, Elche und gelegentlich auch Bären – meist aus sicherer Entfernung vom Auto oder Wanderweg aus. Wer die Ruhe abseits der Hauptstraßen sucht, findet sie auf einem der zahlreichen Wanderwege, die zu Aussichtspunkten und weniger bekannten Ecken des Parks führen.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Die Kamera griffbereit zu halten lohnt sich hier mehr als anderswo, weil Tierbegegnungen oft ohne Vorwarnung passieren und genauso schnell wieder vorbei sind.

Yellowstone liegt größtenteils in Wyoming und reicht in kleinen Teilen nach Montana und Idaho hinein. Wer den Park mit einem Roadtrip verbindet, plant ihn meist als Ziel oder Zwischenstopp einer größeren Route durch den Westen der USA, da die Anfahrt von den Küsten aus mehrere Tage beanspruchen kann.

Die Great River Road

Die Great River Road folgt dem Mississippi River über weite Strecken und zeigt eine andere Seite der USA als die drei bisherigen Routen – ruhiger, grüner, geschichtsträchtiger.

Entlang der Strecke liegen Städte wie St. Louis und Memphis, in denen sich amerikanische Gastfreundschaft und lokale Musiktradition besonders deutlich zeigen. Wer BBQ-Rippchen probieren möchte, ist in den Südstaaten-Abschnitten der Route genau richtig, und an den Aussichtspunkten entlang des Flusses lohnt sich fast immer ein kurzer Stopp.

Historisch ist die Strecke ebenfalls bedeutsam: Plantagen und Museen entlang der Route erzählen von der Geschichte der Sklaverei, des Bürgerkriegs und der Musik, die aus dieser Region hervorgegangen ist – Themen, die eine Fahrt entlang des Flusses deutlich mehr als nur landschaftlich interessant machen.

Eine der schönsten Strecken stellen wir im Kalifornien-Roadtrip über den Highway 1 ausführlich vor.

Vorbereitung: Was vor der Abreise wichtig ist

Ein Mietwagen mit ausreichend Reichweite und Klimaanlage ist auf allen vier Routen Pflicht, gerade im Sommer, wenn die Temperaturen in Teilen von Texas, Arizona oder entlang des Mississippi deutlich steigen können. Ein internationaler Führerschein wird von den meisten Autovermietern zusätzlich zum deutschen Führerschein verlangt.

Da die USA sich über mehrere Zeitzonen erstrecken, verschiebt sich bei längeren Routen wie der Route 66 oder der Great River Road die Uhrzeit im Laufe der Fahrt spürbar. Wer mehrere Zeitzonen durchquert, sollte das bei der Tagesplanung berücksichtigen, damit Ankunftszeiten an Unterkünften realistisch bleiben.

Häufig gestellte Fragen

  • 1. Welcher Roadtrip eignet sich am besten für Naturliebhaber?

    Der Yellowstone-Nationalpark bietet eine beeindruckende natürliche Vielfalt mit geothermalen Phänomenen und einer artenreichen Tierwelt. Wer zusätzlich Küste erleben will, kombiniert den Park oft mit einer Verlängerung Richtung Pacific Coast Highway.

  • 2. Gibt es entlang der Route 66 genügend Übernachtungsmöglichkeiten?

    Ja, entlang der Route 66 gibt es zahlreiche Unterkünfte, von historischen Motels bis zu modernen Hotelketten. Gerade die alten Motels mit Leuchtreklame gehören für viele Reisende zum besonderen Reiz der Strecke.

  • 3. Ist der Pacific Coast Highway sicher zu befahren?

    Der Pacific Coast Highway bietet eine spektakuläre Fahrt entlang der Küste, verlangt aber wegen kurviger Abschnitte und teils schmaler Fahrbahn erhöhte Aufmerksamkeit am Steuer, besonders bei Nebel oder Dunkelheit.

  • 4. Gibt es auf der Great River Road viele Sehenswürdigkeiten?

    Ja, entlang der Great River Road gibt es zahlreiche charmante Städte, historische Stätten und beeindruckende Landschaften. In New York selbst gehört ein Abstecher dazu, um die Freiheitsstatue zu besuchen. Ein beliebter Zwischenstopp auf vielen Routen ist Las Vegas – die Highlights finden Sie in unserem Beitrag zu den Sehenswürdigkeiten von Las Vegas. Besonders viel zu entdecken gibt es in Kalifornien – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kaliforniens haben wir gesondert zusammengestellt.

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